Samstag, 28. Januar 2012

Kongress: Burnout - Ursachen und Folgen 27.1./28.1.2012 Palais Ferstel Wien

Die letzten 2 Tage auf dem Burnout-Kongress des Anton-Poksch-Instituts waren sehr interessant.

Es wurde von allen Vortragenden die Meinung vertreten, dass es noch immer keine eindeutige Definition von Burnout gibt. Relative Übereinstimmung gab es bei der Meinung, dass Burnout ein Prozess ist und sich langsam, manchmal über Jahre, entwickelt.

Die Überschneidungen mit Arbeitssucht (Arbeitssucht - workaholism erfüllt alle Kriterien einer Sucht) sind sehr groß. Die Abgrenzung zur "Erschöpfungsdepression" ist schwieriger, aber auch hier gibt es große Überschneidungen. Bei Burnout und Arbeitssucht gibt es, ähnlich wie bei Süchten, auch körperliche Entzugserscheinungen!

Allgemein kann man sagen, dass es wie bei vielen Krankheiten, einen fließenden Übergang zwischen Gesundheit und Krankheit gibt. Michael Musalek ist der Ansicht, dass ab Freudenbergerstufe 7 die Krankheit Burnout beginnt.

Eindeutig ist die Wechselwirkung zwischen verschiedensten Größen in einigen Vorträgen beschrieben worden. Sei es nun die Komorbidität (Begleiterkrankungen), die Auslöser, aber auch im Verlauf einen Burnout-Prozesse auftreten können. Aber es sind auch verschiedenste äußere Bedingungen (Arbeitgeber, KollegInnen, Mobbing, Umweltvariable i.w.S.) in ihrer Wechselwirkung mit dem Individuum.

Zur Diagnostik von Burnout wurde in den meisten Vorträgen auf das MBI (Maslach Burnout Inventory) und einige andere Testverfahren hingewiesen. Der AVEM ( Arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster) wurde nur am Rande von einem Vortragenden erwähnt.

Herwig Scholz thematisierte auch, ob Prophylaxe in Unternehmen/Systemen möglich ist und vertritt die Meinung, dass dies nur in gut funktionierenden Systemen möglich ist, sonst ist er sehr skeptisch.

Über die Burnout-Behandlung hat M. Lehofer vorgetragen, dass es in der Therapie vor allem um LOSLASSEN geht. Hier spielt die STURHEIT eine wesentliche Rolle, dies steht im engen Zusammenhang mit dem Selbstwert oder der Selbstwirksamkeit. Je höher der Selbstwert ist, um so geringer ist die Sturheit bzw der Widerstand vor den Veränderungen, die in der Therapie zur Überwindung eines Burnouts nötig sind. Das Loslassen (von Gewohnheiten, Glaubenssätzen, Antreibern, ...) verursacht Angst. Daher ist es in der Therapie von besonderer Bedeutung die eigenen Ressourcen zu steigern und Energiequellen zu finden bzw die vorhandene Energie richtig einzusetzen. Hier können passive Methoden (meditieren) kontraproduktiv sein, besser ist es am Auffinden und Nutzbarmachen von Energiequellen zu arbeiten (Musalek).

In Unternehmen könnten betriebliche Sozialarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Burnout-Prophylaxe bringen (G. Blemenschitz). Betriebssozialarbeit ist aber in Österreich noch vollkommen unterentwickelt, es gibt nur einige Beispiele aus dem Ausland.

Christian HARING hat darauf hingewiesen, dass Burnout ein gutes Beispiel dafür ist, dass gesellschaftliche Probleme individualisiert und am Individuum behandelt werden. Kurz wurde auch diskutiert, dass die derzeitige Wirtschaftskrise ein Burnout des Wirtschaftssystem ist.

U. Andorfer ist in ihrem Vortrag über Burnout und Psychotrauma intensiv darauf eingegangen, wie wichtig die Selbstfürsorge und die Achtsamkeit für die Burnout-Prophylaxe und -behandlung ist.

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