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Mittwoch, 3. April 2019

TIPP: Bewerbungsgespräch - Wie alt sind Sie? Sind Sie nicht zu alt/zu jung?

Wenn Sie nach Ihrem Alter gefragt werden, bedeutet das in der Regel, dass Sie für Ihre angestrebte Tätigkeit als zu alt oder zu jung befunden werden. Als allgemeine Regel dabei gilt, dass Sie darauf hinweisen, dass sich Ihr Alter nicht zum Nachteil, sondern in gewisser Hinsicht zum Vorteil auswirken würde.
Sind Sie bereits älter, so können die Befürchtungen dahingehend sein, dass Sie nicht flexibel genug sind, dass Sie nicht unter einem/einer jüngeren Vorgesetzten arbeiten wollen und dass Sie bald in Pension gehen werden.
Sie sollten alle diesbezüglichen Zweifel zerstreuen und die Vorteile Ihres Alters anführen:
  • dass Sie über viel Berufserfahrung besitzen und viele Veränderungen innerhalb der Branche / des Berufes erlebt und mitgetragen haben und daher wahrscheinlich flexibler als ein junger Mensch sind,
  • dass Sie ein reifer Mensch mit gesundem Hausverstand sind,
  • dass Sie viele Stress-Situationen erlebt haben und Sie daher nichts mehr so leicht aus der Ruhe bringt,
  • dass Ihnen Verantwortungsgefühl und Firmenloyalität wichtig sind und dass man auf Sie zählen kann.
  • dass Sie sich bester Gesundheit erfreuen, und dass Sie es gewohnt sind, nicht beim ersten Niesen gleich daheim zu bleiben,
  • dass Sie in geordneten, stabilen familiären Verhältnissen leben und Sie nicht mehr durch Liebeskummer, durchfeierte Nächte etc. aus der Bahn geworfen werden
  • dass KundInnen normalerweise älteren Personen mehr vertrauen.
Sind Sie sehr jung, so kann der/die ArbeitgeberIn befürchten, dass Sie keine Erfahrung, wenig Verantwortungsbewusstsein haben, womöglich nur kurze Zeit bleiben werden, Sie Ihre Ausbildung fortsetzen wollen, oder dass Sie unzuverlässig sind und häufig zu spät oder überhaupt nicht an Ihrem Arbeitsplatz erscheinen werden.
Versuchen Sie ihn/sie zu überzeugen, dass die Zweifel unbegründet sind, und verweisen Sie auf einige Vorteile, die die Anstellung eines jungen Menschen mit sich bringt:
  • rasche Auffassungsgabe und Lernbereitschaft,
  • sehr frisches Wissen der neuesten Technologien,
  • kräftig, guter Gesundheitszustand,
  • Bereitschaft zur Übernahme neuer Aufgabenbereiche und Suche nach Selbstbestätigung,
  • Dankbarkeit für Kritik und Verbesserungsvorschläge, da Sie noch viel zu lernen haben.

Wenn Sie eine persönliche Beratung wollen, dann nutzen Sie mein Bewerbungscoaching


Impressum

Sonntag, 4. Mai 2014

Vorurteile gegen ältere ArbenehmerInnen

Als ältere/r ArbeitnehmerIn auf Arbeitssuche wird man mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Ich habe einige sehr häufige Vorurteile zusammengetragen.

Vorurteil: Ältere sind nicht mehr am aktuellsten Wissensstand
Erfahrungswissen kann meistens das (evtl. veraltete) Wissen aus der länger zurückliegenden Schul- und Berufsausbildung ausgleichen. Zu diesem Erfahrungswissen gehören:
• Das rasche Erkennen von Problemen und wie man sie lösen könnte.
• Das Erkennen von Zusammenhängen.
• Die Fähigkeit, selbständig zu arbeiten und auch dafür die Verantwortung zu übernehmen.
• Ruhe und Übersicht auch in heiklen Situationen.
• Die Ansammlung und Verwendung von langjährigem betriebsinternen Wissen und von Erfahrungen.

Beispiel: Eine Maschine wird nicht ausschließlich anhand der Anzeigenwerte gesteuert, sondern aufgrund der langjährigen Erfahrung auch mit »Fingerspitzengefühl«.


Vorurteil: Ältere sind öfters krank und nicht mehr belastbar
Durch das größere Erfahrungswissen und die häufig besseren sozialen Fähigkeiten können Ältere sehr gut Veränderungen in der Leistungsfähigkeit ausgleichen bzw. sogar qualitativ bessere Arbeitsergebnisse bringen.

Aus den Statistiken des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger geht hervor, dass Ältere in etwa
gleich häufig Krankenstand in Anspruch nehmen wie Jüngere. Die Krankenstände dauern allerdings meistens
länger an, da ältere Personen länger brauchen, um sich von einer Krankheit wieder vollständig zu
erholen.

Weitere interessante Blogeinträge zum Thema "ältere Arbeitnehmer" finden Sie hier:
http://coaching-beratung-training.blogspot.co.at/search/label/45plus


Sonntag, 27. April 2014

Tipps für Bewerber über 45

Als BewerberIn über 45 sind Sie mit Ihren Erfahrungen ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Es gibt einige Studien, die belegen, dass "ältere" MitarbeiterInnen produktiver sind, als "jüngere" MitarbeiterInnen.

Mit dieser Einstellung sollten Sie an die Ausarbeitung Ihrer Bewerbungsunterlagen gehen!

Streichen Sie in Ihrer Bewerbung nicht das Alter hervor, sondern Ihre Qualifikation und Erfahrung.

Das kann gleich auf dem Deckblatt einer Bewerbung geschehen, aber sicher spätestens im Anschreiben/Motivationsschreiben.

Auch im Lebenslauf sollten Sie einen eigenen Block gestalten (Leistungsprofil, Kernkompetenzen, Leistungsbilanz, Wissenspool, ....), dieser Block steht ganz zu Beginn im Lebenslauf.

Ihre persönlichen Daten (mit Alter, Familienstand, ....) stellen Sie dafür ganz ans Ende des Lebenslaufs.

Bei den Weiterbildungen führen Sie nur die relevanten Kurse, Seminare usw. an, aber auch nur jene der letzten 5 Jahre. Frühere Weiterbildungen nur dann, wenn diese für die Stelle von besonderer Bedeutung sind.

Achten Sie auch auf eine sehr gute Qualität des Fotos, welches aber Ihr wahres Alter nicht verschleiern soll!

Verzichten Sie auf die explizite Nennung Ihres Alter in allen Bewerbungsunterlagen! Beschreiben Sie dafür umso aussagekräftiger, welchen Mehrwert/Nutzen Sie bei Ihren früheren Arbeitgebern stiften konnten und beim neuen Arbeitgeber stiften werden!

Suchseite:
http://www.karriere-50plus.at/


Zu den typischen Formulierungsfehlern gehören etwa die vier folgenden Beispiele. Natürlich gibt es noch mehr. Diese zeigen Ihnen aber schon ganz gut, wo Fallstricke und falsche Blickwinkel lauern...
  1. Mit meinen 51 Lebensjahren möchte ich...

    Ziele zu haben, ist nicht verkehrt. Hier aber wird das Alter sogar noch betont. Dreifach falsch! Erstens, weil so womöglich schlafende Hunde geweckt werden; zweitens, weil das Lebensalter keinerlei Qualitätskriterium darstellt; drittens, weil der neue Arbeitgeber nicht die Wohlfahrt ist. Nicht wie Sie sich verwirklichen möchten interessiert, sondern wie das Unternehmen von Ihnen profitiert. Betonen Sie besser das - und streichen Sie beim Korrekturlesen Ihrer Bewerbungsunterlagen alle Formulierungen ohne Aussagekraft.
  2. Ich kann auf 20 Jahre Berufserfahrung zurückblicken...

    Das ist schön, dass Sie das können. Aber der Blickwinkel ist falsch: Sie blicken zeitlich zurück - in Ihre Vergangenheit. Personaler aber blicken nach vorne, sie suchen die künftige Idealbesetzung für eine Stelle und damit jemanden, der diese Herausforderung meistern kann. Erfahrung, die Sie allein in Jahreszahlen messen, sind daher ein denkbar schwaches Argument. Viel wichtiger in Anschreiben und Lebenslauf sind bisherige Erfolge. Sie belegen, wo und wie Sie echten Mehrwert geschaffen haben. Ideal ist, wenn Sie dies sogar durch Zahlen untermauern können. Verzichten Sie daher im Anschreiben auf die Erwähnung der Berufsjahre, die sieht der Personaler sowieso im Lebenslauf. Betonen Sie eher, dass Sie sämtliche sogenannten Muss-Qualifikationen (also alle in der Stellenanzeige verlangten) mitbringen - zu 100 Prozent. Schon 95-Prozent-Kandidaten werden oft aussortiert.
  3. In meiner Laufbahn habe ich meine Lernfähigkeit bewiesen...

    Hinter dieser Formulierung steckt ein gefährlicher Trugschluss: Immer dann, wenn ältere Bewerber glauben, ihr Wissen sei nicht mehr aktuell oder gar veraltet und ihre Qualifikationen nicht ausreichend, weisen sie auf ihre Lernbereitschaft hin - Motto: Den Job kann ich zwar nicht, aber ich würde es gerne lernen. Erliegen Sie bitte nicht dieser Illusion. Offenheit und Lernwille können fehlende Kompetenzen nicht kompensieren. Allenfalls Uniabsolventen wird noch eine gewisse Formbarkeit zugesprochen - und selbst die haben es schwer, wenn Muss-Qualifikationen fehlen. Mit 50plus kann man sich diese Bewerbung sparen. Auch wenn es hart ist: Erwerben Sie diese Kompetenzen entweder oder bewerben Sie sich besser auf eine andere Stelle.
  4. Jetzt möchte ich noch einmal durchstarten...

    Das klingt nach hoch gekrempelten Ärmeln, Top-Motivation, dem Blick nach vorne und zweitem Frühling... denken Sie! Ein Irrtum. Denn es drückt zugleich blumig aus, dass Sie mit der bisherigen Entwicklung nicht zufrieden waren und dass Sie vor allem die eigene Karriere im Blick haben. Natürlich ist es wichtig, dass Sie im Anschreiben Ihre Motivation herausarbeiten. Aber was hat der Arbeitgeber davon, dass Sie noch mal durchstarten wollen? Und was, wenn die angestrebte Position doch Vieles beinhaltet, was Sie bisher gemacht haben? Dann stellt man am Ende eine Fachkraft ein, die sich bald schon langweilen und frustrierter sein wird als je zuvor. Statt Durchstarten gibt's eine Bruchlandung. Diesen Verdacht sollten Ältere erst gar nicht nähren.

Quelle:
http://karrierebibel.de/bewerbung-50plus/

Samstag, 14. September 2013

Lieber eine 60jährige als eine mit 25!

„Eine 25jährige nehme ich nicht mehr“, sagt der Geschäftsführer. „Lieber eine mit 55, auf die kann man sich verlassen.“

Sehr lesenswerte Kolumne von Svenja Hoffert


Treue, Loyalität, freundliches Auftreten - damit können ältere Bewerber_innen auf jeden Fall punkten!

Samstag, 17. August 2013

​Www.seniors4success.at

Interessanter Blog für all 45+
http://seniors4success.wordpress.com/

Auch hier gibt es Interessantes für alle vor und nach der Penionierung:
http://seniors4success.wordpress.com/

Ältere leisten Arbeit konstanter

Die Leistung älterer Menschen schwankt weniger als bei Jungen – ein Vorteil im Job.

.....
Das Leistungsniveau selbst war bei den Jungen zwar erwartungsgemäß höher, eine direkte Schlussfolgerung auf das Arbeitsleben zwar nur bedingt machbar, aber: „Gerade bei Routinearbeiten ist vorstellbar, dass ältere Mitarbeiter mit der größeren Zuverlässigkeit ihrer Leistung im Vorteil sein könnten“, sagt der Forscher. Es gäbe keinen Grund, hier den Jungen den Vorzug zu geben.........

..........
Eine andere Untersuchung am Max-Planck-Institut für Sozialpolitik in München hat sich mit einer ähnlichen Frage beschäftigt, nämlich mit der Produktivität älterer Mitarbeiter in der Automobilproduktion. Demnach machten ältere Mitarbeiter weniger schwerwiegende und damit teure Fehler in der Produktion als ihre jüngeren Kollegen. Sie seien insgesamt produktiver und zuverlässiger in ihrer Leistung, sagt Axel Börsch-Supan, Direktor des Munich Center for the Economics of Aging am Institut. Er forscht über Produktivität im Alter...........

Quelle: http://kurier.at/karrieren/berufsleben/aeltere-leisten-arbeit-konstanter/22.985.223

Freitag, 11. Januar 2013

Arbeiten in der Pension ist nicht populär

Alte Leute sind immer länger fit, und der Wirtschaft fehlen Fachkräfte. Eine Lösung wäre, mehr Pensionisten arbeiten zu lassen, meint die Plattform Seniors4success. Doch in Österreich macht das kaum jemand.

Quelle: http://diepresse.com/home/1331400/Arbeiten-in-der-Pension-ist-nicht-populaer

Sonntag, 2. Dezember 2012

Höchste Zeit zum Umdenken: Chancen schaffen für Senioren

Nach wie vor tut sich die deutsche Wirtschaft mit älteren Mitarbeitern schwer – immer noch und allen Prognosen zum Trotz: In über der Hälfte aller Unternehmen hierzulande arbeitet kein Angestellter oder Arbeiter, der älter ist als 50 Jahre. 

Quelle: http://arbeits-abc.de/hoechste-zeit-zum-umdenken-chancen-schaffen-fuer-senioren/

Samstag, 1. Dezember 2012

"Jüngere laufen schneller, Ältere kennen die Abkürzungen"


Bei der fünften Enquete Arbeitsfähigkeit verlangte Ex-Wifo-Chef Helmut Kramer eine groß angelegte Beschäftigung mit den Folgen der alternden Gesellschaft.


  • Mythos 1: Ältere besetzen die Arbeitsplätze der Jungen 
  • Mythos 2: Ältere sind weniger produktiv und teurer
  • Mythos 3: Die meisten Älteren wollen nicht länger arbeiten, Arbeitgeber sind auch nicht interessiert daran 
  • Mythos 4: Gesellschaftliche Alterung - na und?

Quelle: DerStandard, 30. November 2012, 17:05

Freitag, 28. September 2012

Angstfrei arbeiten – Sie gehören noch lange nicht zum alten Eisen!

Eine Klientin brachte es in einer Sitzung auf den Punkt. Langsam schlich sich bei ihr das bange Gefühl ein: Pack ich das noch? Es war die Sorge, den Herausforderungen des Berufes nicht mehr gewachsen zu sein.
Sie sah die jungen Kollegen, die frisch von der Uni oder aus dem ersten Job zu ihr ins Unternehmen kamen: jung, unverbraucht, sehr leistungsfähig. Oft nehmen sie kein Blatt vor den Mund. Die Jungen reden mit dem Chef in einem lockeren und frechen Ton, wie sie sich das noch nie getraut hat. Ehrgeizig sind sie, wollen Karriere machen. Sie übernehmen souverän große Projekte und bringen frischen Wind mit guten Ideen ins Büro. Die Jungen sind besser, erfolgreicher, schneller.
Quelle: karrierebibel

Donnerstag, 13. September 2012

Sonntag, 26. August 2012

Produktivität älterer MitarbeiterInnen

Productivity and age: Evidence from work teams at the assembly line
(Mannheim Research Institute for the Economics of Aging)
Axel Börsch-Supan† and Matthias Weiss, Full version, January 19, 2011

Abstract
We study the relation between workers’ age and their productivity in work teams, based on a new and unique data set that combines data on errors occurring in the production process of a large car manufacturer with detailed information on the personal characteristics of workers re-lated to the errors. We correct for non-random sample selection and the potential endogeneity of the age-composition in work teams. Our results suggest that productivity does not decline at least up to age 60.


http://www.mea.uni-mannheim.de/uploads/user_mea_discussionpapers/1057_MEA-DP_148-2007.pdf


Mittwoch, 13. Juni 2012

Tag der Weiterbildung 2012: "Lifelong Learning" als Erfolgsrezept (zu den Fotos )

Am 12.6.2012 habe ich an dieser sehr interessanten ÖPWZ-Veranstaltung teilgenommen, hier nun das Wesentliche davon:

Lebenslanges Lernen und lustvolles Altern sind kein Widerspruch. Darin waren sich die vier DiskussionsteilnehmerInnen am 4. Tag der Weiterbildung im Haus der Europäischen Union einig. Noch mag die Tendenz vieler ÖsterreicherInnen dahin gehen, von der „Hölle Arbeit ins Paradies Pension“ zu flüchten (© Manfred Monsberger). Die demographische Entwicklung fordert freilich nicht nur die aktive Beteiligung älterer ArbeitnehmerInnen am Arbeitsmarkt. Studien belegen auch, dass lebenslange Aus- und Weiterbildung der entscheidende Schlüssel für hohe Lebensqualität im dritten Lebensabschnitt sind. Längere Teilhabe fördert den Zusammenhalt der Generationen als Basis für gesellschaftlichen Zusammenhalt – und ermöglicht generationenübergreifende Solidarität.

Tag der Weiterbildung 2012: "Lifelong Learning" als Erfolgsrezept pdf

Dienstag, 12. Juni 2012

Aktiv Altern 2012

Das Jahr 2012 ist zum "Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" ausgerufen worden.

Ziel des Europäischen Jahres ist es, die Schaffung einer Kultur des aktiven Alterns in Europa zu fördern, deren Grundlage eine Gesellschaft für alle Altersgruppen bildet.

Dieses Europäische Jahr soll auf dem Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (2010) und dem Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft (2011) aufbauen, und damit Synergien schaffen.

http://www.aktivaltern2012.at/


Montag, 11. Juni 2012

Potenzial älterer Arbeitnehmer besser nutzen

Umfangreiche Studie mit 40.000 Datensätzen

Der Organisations- und Wirtschaftspsychologe der Universität Münster (WWU), Prof. Dr. Guido Hertel, plädiert dafür, das Potenzial älterer Arbeitnehmer besser zu nutzen. Nach Auswertung von fast 40.000 Datensätzen, die auf der Grundlage von Interviews, Fragebögen oder auch Tagebuchstudien entstanden sind, zeigt sich nach seinen Angaben eine eindeutige Tendenz: Ältere Arbeitnehmer sind stressresistenter, erfahrener und teamorientiert, da sie sich nicht mehr auf Karriere konzentrieren und ihr Wissen gerne an jüngere Kollegen weiter geben. Vor diesem Hintergrund sei auch eine Ausweitung der Lebensarbeitszeit deutlich über 67 Jahre denkbar – sofern es die Gesundheit zulasse. Eine solche Verlängerung der Lebensarbeitszeit ermöglicht unter anderem mehr Flexibilität bei der Integration von Arbeit und Familie/Freizeit - beispielsweise durch Auszeiten in der Mitte des Lebens - und kann so die sich verändernden Bedürfnissen von Berufstätigen besser berücksichtigen, betont Guido Hertel. Diese Sicht wird auch von internationalen Kollegen wie der renommierten Altersforscherin Laura Carstensen vertreten.

"Verglichen mit unseren Vorfahren vor 100 Jahren haben wir durch den technischen Fortschritt im Durchschnitt 20 Lebensjahre geschenkt bekommen, noch dazu in deutlich besserer Gesundheit und Fitness. Aber was machen wir damit?", fragt Guido Hertel. Statt einfach nur die Phase des Ruhestands zu verlängern, sollte diese zusätzliche Zeit besser genutzt werden. "Damit kommen wir Berufstätigen entgegen, die sich mehr Flexibilität oder Unterbrechungen in der Mitte ihrer Karriere wünschen, beispielsweise für eine längere Elternzeit, eine zusätzliche Ausbildung oder Studium, oder eine lange Reise. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von der längeren Verfügbarkeit motivierter Mitarbeiter", betont Guido Hertel.

Denn seine Untersuchungen in dem seit sechs Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Schwerpunktprojekt "Altersdifferenzierte Arbeitssysteme", das jetzt zu Ende geht, haben gezeigt: Ältere Arbeitnehmer, also jene über 50 Jahre, sind motivierter und leistungsfähiger, als gemeinhin angenommen wird.

"Noch ist das ein stigmatisierter Begriff, aber in den vergangenen Jahren ist die Akzeptanz älterer Berufstätiger durch die öffentliche Diskussion des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftemangels besser geworden", hat der Psychologe beobachtet. "Die Unternehmen sind einfach gezwungen, vermehrt ältere Arbeitnehmer einzustellen." Was mitunter eher unfreiwillig der Fall ist, sei aber oft positiv für das Unternehmen.

"Ältere Menschen kennen sich selbst besser und können mit Emotionen bei der Arbeit besser umgehen als jüngere Berufstätige. Gängige Stereotype wie zum Beispiel, dass ältere Arbeitnehmer sich gegen Veränderungen wehren, können bei genauerem Hinsehen dagegen nicht bestätigt werden. Widerstände gegen Veränderungen hängen nicht mit dem Lebensalter an sich, sondern vielmehr mit dem Zeitraum zusammen, den ein Mitarbeiter an ein und demselben Arbeitsplatz zugebracht hat", erklärt Guido Hertel. Ähnlich steht es um die vermeindliche Lernmüdigkeit älterer Mitarbeiter. Auch die liege nicht am Alter per se, sondern an der Frage "Was bringt mir neues Wissen überhaupt noch?"

Zwei Punkte sind für ältere Berufstätige besonders wichtig: zum einen ein respektvoller und würdiger Umgang durch Kollegen und Vorgesetzte. Anders als Jüngere nehmen sie Einschränkungen und Repressionen nicht mehr einfach in Kauf. "In vielen Unternehmen und Behörden ist es noch nicht angekommen, dass Effektivität beziehungsweise Gewinnmaximierung und eine humane, würdigende und gesunde Arbeitswelt keine Gegensätze, sondern die zwei Münzen einer Medaille sind", sagt Guido Hertel.

Das so genannte "Generativitätsmotiv", also der Wunsch, eigenes Wissen und Erfahrungen weiterzugeben, ist bei älteren Arbeitnehmern ebenfalls hoch ausgeprägt. "Das sind oft Mitarbeiter, die nicht mehr nur auf den eigenen Profit schauen, sondern das Große und Ganze im Blick haben, und deshalb besonders wertvoll für ein Team sind", hat der Wirtschaftspsychologe beobachtet. Dieses Engagement für die Sache und für andere endet nicht automatisch mit dem 67. Lebensjahr. Auch das ein Grund für Guido Hertel, für eine Verschiebung der Lebensarbeitszeit zu plädieren: "Wir sind heute im Schnitt so fit wie Menschen noch nie zuvor. Warum sollten wir dieses Potenzial nicht ausschöpfen?"

Zumal man so die besonders belastete Lebensphase zwischen 25 und 35 Jahren mit Karrierebeginn und Familienplanung entzerren könnte. "Wenn man den Berufseinstieg nach hinten verschiebt, kann man den Beginn der Familiengründung noch als Lernphase nutzen. Ältere Arbeitnehmer, deren Kinder meist schon aus dem Haus sind, sind wieder flexibler und könnten wesentlich besser bei Auslandseinsätzen eingesetzt werden, als es heute jungen Familienvätern und -müttern zugemutet wird." Auch das "Standing" der Älteren in Krisen und schwierigen Verhandlungen sei durch ihre längere Berufserfahrung besser.

"Gerade im Sinne einer Humanisierung der Arbeitswelt sollten wir die Chancen nutzen, die uns der demografische Wandel gibt. Das dient nicht nur einer besseren und gesünderen Lebensplanung des Einzelnen, sondern auch der nachhaltigen Entwicklung der Unternehmen und unseres Wirtschaftsstandorts", sagt Guido Hertel.

Quelle: idw

Samstag, 2. Juni 2012

50 plus: Neuanfang nach dem "Karrierenende"

Selbst die größte Sehnsucht nach Verbesserung und Neuorientierung hält die Angst vor Veränderung nicht fern. Viele müssen sich neu orientieren, andere wollen es

http://derstandard.at/1336698519812/Neuorientierung-50-plus-Neuanfang-nach-dem-Karrierenende

Freitag, 1. Juni 2012

Kündigung älterer Dienstnehmer

30.05.2012 | 15:21 | Barbara Klinger (DiePresse.com)

Was ist zu beachten?

In Österreich können unbefristete Dienstverhältnisse grundsätzlich jederzeit ohne Angabe von Gründen unter Einhaltung der vertraglichen Fristen und Termine beiderseits aufgelöst werden. Allerdings können gekündigte Dienstnehmer in Betrieben mit mindestens fünf Mitarbeitern, die bereits seit sechs Monaten im Unternehmen beschäftigt sind, ihre Kündigung unter anderem wegen Sozialwidrigkeit vor Gericht anfechten. Der Arbeitgeber muss beweisen, dass die Kündigung durch persönlich oder betrieblich bedingte Gründe gerechtfertigt ist.

Bei der Prüfung der Sozialwidrigkeit berücksichtigt das Gericht dabei das Alter, die Länge der Dienstzeit, die Chancen am Arbeitmarkt, allfällige Einkommenseinbußen bei einer neuen Beschäftigung, finanzielle Belastungen und die Qualifikation des Dienstnehmers. Ältere Dienstnehmer, die zudem sehr lange bei einem Dienstgeber beschäftigt sind, unterliegen in der Praxis somit durchaus einem erhöhten Schutz hinsichtlich der Kündigung ihres Dienstverhältnisses.
Im Fall der Unwirksamkeit der Kündigung kann der Dienstnehmer auf seinen ehemaligen Arbeitplatz zurückkehren (beziehungsweise ist ein ähnlicher zu schaffen) und hat für die gesamt Prozessdauer Anspruch auf Entgelt.
Aufgrund des nicht unerheblichen Prozessrisikos empfiehlt es sich daher, den Kündigungsgrund im Vorfeld – trotz der ansich begründungsfreien Kündigung – gut zu prüfen.

Zusätzlich haben ältere Dienstnehmer, insbesondere solche über 50, neben dem erwähnten Anfechtungsgrund der Sozialwidrigkeit auch die Möglichkeit die Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses wegen Altersdiskriminierung nach den Bestimmungen des Gleichbehandlungsgesetzes bei Gericht anzufechten. Diese Anfechtungsmöglichkeit steht allen älteren Arbeitnehmern zu – unabhängig von der Betriebsgröße und der Existenz einer Belegschaftsvertretung.
Die Besonderheit der Regelung des Gleichbehandlungsgesetzes besteht darin, dass auch Dienstnehmer, die vom Arbeitnehmerbegriff des Arbeitsverfassungsgesetzes ausgenommen sind, also zum Beispiel leitende Angestellte ihre Kündigung anfechten können.
Während der Dienstnehmer bei einer Kündigungsanfechtung wegen Sozialwidrigkeit für die wesentliche Interessensbeeinträchtigung voll beweispflichtig ist, reicht bei der Altersdiskriminierungsanfechtung die Indizienwirkung des Alters aus.
Den Arbeitgeber trifft daher der Entlastungsbeweis, somit der Beweis eines grundsätzlich altersunabhängigen, konkreten Kündigungsgrundes. Das reine Kostenargument, wonach der ältere Dienstnehmer teurer ist als ein jüngerer Dienstnehmer, reicht dazu nicht aus.

Das relativ hohe Prozessrisiko des Arbeitgebers bei der Kündigung älterer Dienstnehmer kann durch den Abschluss einer einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses mit dem betroffenen Dienstnehmer ausgeschlossen werden.