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Samstag, 6. August 2011

Unterschiede zwischen Burnout und Depression

Burnout und Depression unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten:

  • Burnout tritt fast immer im Zusammenhang mit beruflichem Stess auf. Depressionen hingegen treten in den unterschiedlichesten Lebenssituationen auf.

  • Im Burnout fühlt man sich kraftlos, ausgelaugt und müde. Diese Gefühle werden aber auch häufig noch von Nervosität, Unruhe, Reizbarkeit, manchmal auch von Agressivität begleitet. Depressive fühlen sich lustlos, antriebslos und ziehen sie stark zurück.

  • Im Burnout gibt es zeitweise auch Tage, wo eine positive Stimmung auftaucht und weitgehende Beschwerdefreiheit möglich ist. Bei Depressionen ist man jedoch meist mehr oder weniger depressiv.

  • In fortgeschrittenen Phasen des Burnouts lassen sich jedoch Burnout und Depression kaum mehr unterscheiden. Viele Burnout-Erkrankte entwickeln mit Fortdauer auch eine Depression („Stressdepression“). Hier ist unbedingt ein Arzt, Pyschotherapeut oder Psychiater mit den Schwerpunkten Burnout-Syndrom und Depression aufzusuchen!

Achten Sie bei der Wahl Ihres Arztes oder Psychotherapeuten darauf , dass diese auf Burnout spezialisiert sind! Häufig werden Patienten mit einem Burnout von einem Arzt zum anderen „weitergereicht“ ohne dass eine wirkungsvolle Hilfe erfolgt. Darum wenden Sie sich besonders dann an Burnout-Spezialisten, wenn Sie bereits Burnout-Symptome entwickelt haben, aber von Ärzten immer wieder als gesund bezeichnet werden.


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Samstag, 9. Juli 2011

Wiener Ärzte mehr Burn-out-gefährdet als andere

Ärztekammer: Anteile um 15 Prozent höher als im österreichischen Durchschnitt laut Studie

Wien - Ärztinnen und Ärzte sind österreichweit Burn-out gefährdet: 52,4 Prozent befinden sich in den Belastungsphasen 1 bis 3 auf einer vierteiligen Skala. 10,7 Prozent sind konkret Burn-out gefährdet. In Wien ist die Situation noch dramatischer: 59,2 Prozent der Wiener Ärzte, also nahezu jeder sechste, befinden sich in Phase 1, 2 oder 3, davon 12,8 Prozent in Phase 3. Das bedeutet: akute Burn-out-Gefahr, hieß es bei einem Hintergrundgespräch der Kammer in Wien.

Der Ausgangspunkt: Von November 2010 bis Februar dieses Jahres wurde eine österreichweit repräsentative Studie der "Arge Burn-out" auf Initiative der Österreichischen Ärztekammer online durchgeführt. 6.249 Ärzte nahmen daran teil, in Wien waren es 1.231.

Stufenweise ins Burn-out

Die Burn-out-Gefährdung wurde nach einem Drei-Phasen-Modell der Arbeitsgemeinschaft beurteilt: Phase 1 ist das "tägliche Burn-out", das sich durch emotionale Erschöpfung und Unfähigkeit zur Entspannung charakterisieren lässt. Phase 2 kennzeichnet einen fortschreitenden Prozess mit Interessenabstumpfung, Kontrollverlust, teilweise semantische Beschwerden. Die dritte Phase entspricht dann dem Bild einer echten Depression.

In der Bundeshauptstadt waren die Angaben offenbar besonders dramatisch. "In Wien sind die Ärztinnen und Ärzte", so Thomas Szekeres, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, "besonders stark Burn-out gefährdet. Die Werte sind generell um etwa 15 Prozent höher als im österreichischen Durchschnitt. Das liegt sicherlich am Großstadtfaktor und an der Tatsache, dass in Wien mit einer guten technischen Ausstattung besonders komplexe Fälle in überdurchschnittlich hoher Anzahl behandelt werden. Zudem absolvieren die Wiener häufiger Arztbesuche als Patienten in den Bundesländern."

Szekeres: "Wir brauchen eine umsichtige Spitalsreform, die das Hauptaugenmerk auf die im Spital tätigen Menschen legt, anstatt auf die Ökonomie. Um das Burn-out-Risiko der Spitalsärzte nachhaltig zu senken, muss ein Bündel an strukturellen Reformen umgesetzt werden." Dazu zählten neben neuen und flexiblen Arbeitszeitmodellen zum Beispiel auch spitaleigene Betreuungsplätze für Kinder und nicht zuletzt der Ausbau des niedergelassenen Bereichs."

Details aus der Online-Erhebung in Wien:

  • Frauen sind offensichtlich robuster als Männer. In der Burn-out-Phase 3 finden sich elf Prozent der Frauen, aber 15,3 Prozent der männlichen Ärzte.
  • Die Gruppe der bis 37-Jährigen - vorwiegend Turnusärzte oder Fachärzte mit geringer Praxis - ist am Burn-out anfälligsten: 65,9 Prozent befinden sich in den Phase 1 bis 3.
  • Am absolut höchsten liegen aber die 48- bis 54-Jährigen in Phase 3.
  • Alleinstehende - die in der Regel auch länger arbeiten - sind stärker Burn-out gefährdet (63,8 Prozent in den Phasen 1 bis 3) als Verheiratete (56,4 Prozent) oder in Partnerschaft Lebende (59,3 Prozent).
  • In Standard-Krankenhäusern ist die Burn-out-Gefährdung höher (Phasen 1 bis 3: 68,8 Prozent) als in Schwerpunktkrankenhäusern (Phasen 1 bis 3: 56 Prozent). Das AKH liegt dabei im Wiener Durchschnitt: 60,3 Prozent der dort arbeitenden Ärzte befinden sich in Phase 1 bis 3.
  • Bei privaten Trägern ist die Burn-out-Rate höher als in öffentlichen Spitälern (Phasen 1 bis 3: 62,7 Prozent versus 61,1 Prozent).
  • Angestellte Ärzte sind zu 63,6 Prozent gefährdet, bei den niedergelassenen Ärzten sind es "nur" 51,9 Prozent. Bei den niedergelassenen Ärzten sind Ärzte mit Gebietskassenverträgen (Paragraf 2-Kassen) deutlich stärker Burn-out gefährdet als Wahlärzte: Das Verhältnis beträgt hier 57,5 Prozent zu 52,3 Prozent. (APA)