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Freitag, 13. Mai 2016

Gespräch mit einem Überlebenden (Erich Fried)

Was hast du damals getan, was du nicht hättest tun sollen? Nichts.
Was hast du nicht getan, was du hättest tun sollen? Das und das. Dieses und jenes. Einiges.
Warum hast du es nicht getan? Weil ich Angst hatte.
Warum hattest du Angst? Weil ich nicht sterben wollte.
Sind andere gestorben, weil du nicht sterben wolltest? Ich glaube ja.
Hast du noch etwas zu sagen zu dem, was du nicht getan hast?
Ja. Dich zu fragen, was hättest du an meiner Stelle getan?
Das weiß ich nicht. Und ich kann über dich nicht richten. Nur Eines weiß ich: Morgen wird keiner von uns leben bleiben, wenn wir heute wieder nichts tun.

Samstag, 14. Juli 2012

Warum kompliziert leben?

Du vermisst jemanden? - Ruf ihn an!
Du möchtest jemanden treffen? - Lad ihn ein!
Du willst verstanden werden? - Erkläre es!
Du hast eine Frage? - Stell sie!
Dir missfällt etwas? - Sag es!
Dir gefällt etwas? - Teile es!
Du brauchst etwas? - Frag danach!
Du liebst etwas? - Erzähle es!

Niemand kann wissen, was in deinem Kopf vorgeht.
Erklären ist besser als Erwarten!

Das Leben kann so einfach sein :-)

Samstag, 2. Juni 2012

Was ist ein "Künstler des Lebens"?

„Jede seiner Taten ist Ausdruck seiner Originalität, Schöpferkraft und lebendigen Persönlichkeit. In ihm gibt es keine Konventionalität, keine Konformität, keine hemmende Motivierung. Er bewegt sich so, wie es ihm gefällt. Sein Verhalten ist wie das des Windes, der bläst, wie er mag. Sein Ich ist nicht in seiner fragmentarischen, begrenzten, gehemmten egozentrischen Existenz eingekerkert; er hat sein Gefängnis verlassen.“
(Suzuki (1974: 26–29)).

Montag, 5. März 2012

Die Top 5 der Dinge, die Menschen kurz vor ihrem Tod am meisten bereuen

Kurz vorm Ende sind wir dann schlau: Eine australische Krankenschwester hat nun in einem Buch veröffentlicht, was Menschen kurz vor ihrem Tod am meisten bereuen.

Ein schönes Sprichwort besagt: Man bereut nicht die Dinge, die man getan hat - sondern die Dinge, die man nicht getan hat! Wieviel Wahrheit in diesem Zitat steckt, kann man jetzt in einem Buch von der Sterbebegleiterin Bronnie Ware nachlesen.

Auf 280 Seiten hat die Sterbebegleiterin die fünf Dinge zusammengefasst, die Sterbende am meisten bereuen. Und es ist nicht der Wunsch etwa nach viel Geld, ein Luxusauto oder ein großes Haus, nein, es waren die unerfüllten zwischenmenschliche Dinge.

Top 5 der Dinge, die Sterbende am meisten bereuen:

Top 1: "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt mein Leben so zu leben wie ich es wollte, und nicht so wie es von mir erwartet wurde".

Wie viele Träume unerfüllt geblieben sind, merkt man erst dann, wenn das Ende naht. Die meisten Menschen bedauern, dass sie nicht mal die Hälfte all ihrer Träume erfüllt haben.


• Top 2: "Ich wünschte, ich hätte weniger gearbeitet."

Die meisten gaben an, dass sie zu viel Zeit ihres Lebens in der Tretmühle des Arbeitslebens" verbracht hätten und sich zu wenig um Kinder, Partner und Freunde gekümmert zu haben.


Top 3: "Ich wünschte, ich hätte die Courage gehabt meine Gefühle zu zeigen".

Viele unterdrückten ihre Gefühle, um es sich mit ihren Mitmenschen nicht zu verscherzen. Ein Umstand, der krank machen kann!


• Top 4: "Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben".

Erst auf dem Sterbebett erinnert man sich an den Wert Alter und gute Freundschaften - und dann waren diese Freunde häufig nicht mehr zu erreichen.


• Top 5: "Ich hätte mir mehr Glück und Zufriedenheit gönnen sollen".

Viele haben große Angst vor Veränderung, am häufigsten ist genau das der Schlüssel zum Glück ;-)

Quelle: Woman

Freitag, 29. April 2011

Sicher im Strassenverkehr - zauberwort - Die Lebensfreude Agentur

Werner schaute noch mal auf den Tacho, bevor er langsamer wurde. 78 km/h innerhalb einer Ortschaft.

Das dritte Mal, dass er in diesem Jahr erwischt wurde. . .

Der Polizist, der ihn angehalten hatte, stieg aus seinem Auto und kam mit einem Notizblock auf Werner zu.

Christian? Die Uniform irritierte zunächst, aber es war Christian. Werner sank tiefer in seinen Sitz. Das war schlimmer als der Strafzettel.


weiterlesen: Sicher im Strassenverkehr - zauberwort - Die Lebensfreude Agentur von Elisabeth Ornauer

Quelle: zauberwort - Die Lebensfreude Agentur von Elisabeth Ornauer

Sonntag, 10. April 2011

Hänge nicht an Dingen, die schon lange verloren sind.

Klammere dich nicht an Menschen, die dir nicht gut tun. Gib Leuten nicht tausende von Chancen,wenn du merkst, dass sie die erste noch nicht einmal verdient haben. Zähle keine Feinde zu deinen Freunden, nur um deinen Freundeskreis zu vergrößern. Gib auf, wenn du merkst es hat keinen Sinn. Suche dir jemanden mit dem du die Sterne nicht nur studieren, sondern auch nach ihnen greifen kannst. Lerne, dass dir gute Menschen nicht nur den kleinen Finger, sondern die ganze Hand reichen. Gib den Menschen auf, der nicht merkt wie sehr du ihn liebst und lass ihn merken wie viel er ohne dich verpasst. Lerne im Leben, dass es das Wichtigste ist sich wohl zu fühlen und nicht an die Menschen zu denken, die es dir sicher nicht wert sind!

Sonntag, 16. Januar 2011

Zehn Dinge, die Chefs nie sagen würden ...

Natürlich wird das nicht offen ausgesprochen. Darf man ja gar nicht. Aber möglicherweise gedacht und danach gehandelt

Catey Hill hat für "SmartMoney" zehn Dinge zusammengestellt, die Chefs nie offen sagen würden.

1.) Ja sicher, wir lesen Ihre E-Mails.

Der Markt für E-Mail-Überwachungssoftware ist in den vergangenen Jahren um jeweils 25 Prozent gewachsen, sagt der IT-Marktbeobachter Gartner. Eine von drei großen US-Firmen beschäftigt eigene Leute fürs Lesen und Analysieren der Mitarbeiter-Mails, sagt Proofpoint, ein Unternehmen, das E-Mail-Überwachung offeriert. Plus: Die American Management Association erhob, dass die Hälfte aller Firmen Telefon und Internet monitoren.

2.) Sie sind dafür zu alt.

Die Arbeitslosigkeit der 50+ in Österreich steigt. Die Bereitschaft, Ältere zu heuern, ist während der Rezession stark zurückgegangen. Die Erfahrung machen derzeit viele: Mit 45+ perfekte Entsprechung zum ausgeschriebenen Jobprofil, beworben - und nie wieder etwas gehört, dafür diesselbe Stellenausschreibung wieder entdeckt.

3.) Ich weiß, wann Sie krankfeiern.

Ein Zeichen rauer Zeiten: Immer mehr Unternehmen heuern private Detektive, die sich auf die Spuren krankgemeldeter Arbeitnehmer machen. Einer von vier Arbeitgebern sagte schon 2009 in einer Umfrage von CareerBuilder.com, dass sie immer mehr krankheitsbedingte Abwesenheiten als vorgetäuschte Krankheiten betrachten.

4.) Ihre Kinder? Die sind Ihr Problem.

Frauen-Abschlag beim Einkommen ist in Österreich bestens bekannt, dass Kinder kein Karriereturbo sind, ist belegt. Wie Eltern mit Schulferien und Job zurechtkommen, ist deren privates Problem. Harvard-Professorin Claudia Goldin hat in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass Frauen in den USA mit MBA, die eineinhalb Jahre bei ihrem Kind bleiben, hernach 41 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

5.) Ich bin dein bester Freund ...

6.) ... und dein schlimmster Feind.

Der Grat ist schmal: Auch beim allerinnigsten Einvernehmen kann der beste Freund noch immer feuern, zumindest die Information auf Freundschaftsebene beruflich nützen. Und: Dieser beste Freund kann das Jobleben am besten zur Hölle machen. "Bullying" ist der Terminus dafür.

7.) Ich befördere nicht aufgrund von Leistung.

Klar: Leistung, Können - vielleicht noch Seniorität sollten die Argumente sein. Tatsächlich geht es oft um anderes - auch um Sympathie . .. Menschen, die sich nur schwer führen lassen und gänzlich anders "ticken" als ihr Boss, tun sich erfahrungsgemäß mit Hinweis auf ihre Performance zwecks Beförderung schwer.

8.) Ich bin oberflächlich.

Was schön ist, ist gut. Dem können sich die meisten Chefs nicht entziehen. Die Karrierenforschung hat vielfach belegt: Große, gutaussehende Menschen verdienen mehr und steigen schneller auf als kleine Dicke. Dazu erhalten sie mehr Sympathie, es wird ihnen mehr zugetraut, sie haben mehr Spielraum.

9.) Ich hab verdammt noch mal keine Zeit für Sie.

In allen Studien sagen rund zwei Drittel der Belegschaften, dass ihre Chefs zu wenig mit ihnen reden, sich zu wenig Zeit nehmen. Diese Werte sind seit Beginn der Wirtschaftskrise weiter gestiegen.

10.) Es geht hier ausschließlich um mich.

Tolles Projekt endlich fertig - und der Chef kassiert die Lorbeeren? In Studien ging es jedem Zweiten bereits so. Einer Umfrage des US-Dienstleisters Spherion Staffing zufolge berichtet aktuell sogar ein Drittel der Arbeitnehmer, dass ihr Chef sie in Krisensituationen geopfert habe, um selbst zu überleben.

(Karin Bauer/DER STANDARD; Printausgabe, 15./16.1.2011)

Samstag, 8. Januar 2011

Auffallend glückliche Menschen...

...hadern nicht mit ihrem Schicksal
und machen ihr Glück auch nicht davon abhängig, ob sie ein bestimmtes Ziel erreichen oder nicht. Sie sind in der Lage, die Überraschungen des Lebens anzunehmen und wissen, dass sich das Leben ohnehin nicht exakt kalkulieren lässt. Dazu meint Professor Martin Seligman von der Universität von Pennsylvania: »Glückliche Menschen haben genauso viel Pech wie andere, sie gehen nur anders damit um. Sie fragen beispielsweise nicht »Warum passiert mir das?«, sondern »Wozu ist das gut?« Das gilt selbst bei tragischen Ereignissen. Kevin Smith, Professor am New England Research Institute, befragte Menschen, deren Leben sich durch einen schweren Unfall oder eine Krankheit komplett verändert hatte. Das Ergebnis war verblüffend: Alle Befragten erklärten, dass sie durch diese Erfahrung sogar an Glück, Liebesfähigkeit und innerem Frieden dazugewonnen hatten. Die Erklärung der Forscher: »Wer aus seinem gewohnten Leben herausgerissen wird, kann seine bisherigen Gewohnheiten nicht mehr aufrechterhalten und muss umdenken. Dazu gehört auch, das Glück nicht mehr im Außen zu suchen, sondern in sich selbst zu finden.«

...leben in der Gegenwart
und sind in der Lage, ihre Aufmerksamkeit weitgehend von Vergangenheit und Zukunft zu lösen und sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Sie sind präsent im Hier und Jetzt, grübeln weniger über Vergangenes nach und machen sich weniger Sorgen über das, was kommen mag. Das Eintauchen in die Gegenwart gelingt laut Prof. Mihaly Csikszentmihalyi vor allem durch Konzentration: »Wer in dem aufgeht, was er gerade tut, bewegt sich in einer Sphäre der Zeitlosigkeit.« Glückliche Menschen erleben solche zeitlosen Momente häufiger und können sie auch bewusst herbeiführen. »Diese Fähigkeit lässt sich trainieren«, so meint Jean Claude Kaufmann, Soziologie-Professor an der Pariser Sorbonne: »Indem wir bewusst versuchen, das zu lieben, was gerade ist, wo wir gerade sind und was wir gerade tun.«

...führen ein einfaches Leben
und umgekehrt: Menschen, die ihr Leben vereinfachen, werden glücklicher. Damit ist nicht gemeint, ein Leben in Askese führen zu müssen. Entscheidend ist, sich immer mehr von überflüssigem Ballast zu befreien. Professor Robert Frank von der Cornell Universität in New York führte dazu ein Experiment mit mehreren tausend Menschen durch. Schritt für Schritt vereinfachten diese ihr Leben, indem sie Wohnung, Keller oder Dachboden entrümpelten, ihr Papierchaos ordneten, ihre finanziellen Probleme regelten, aufgeschobene Projekte beendeten und sich auch von unglücklichen Beziehungen trennten. Bereits nach wenigen Wochen verspürten die Studienteilnehmer mehr Leichtigkeit, und nach einem Jahr bestätigten fast alle, dass sie kein Verlangen mehr haben, immer mehr Besitz anzuhäufen und sich dadurch wesentlich freier fühlen.

...reduzieren ihren Medienkonsum
Jeff Davidson, Psychologie-Professor an der Cornell University New York, der die Vereinfachungs-Studie von Professor Frank begleitete, fand heraus: Menschen, die nur noch selten oder gar keine Fernsehnachrichten mehr sehen, spürten schon nach kurzer Zeit deutlich mehr Lebensfreude. Dazu sagt der Forscher: »Das gebündelte Unglück, das dem Zuschauer in den Nachrichten präsentiert wird und an dem er selbst nichts ändern kann, verstärkt zunehmend das Gefühl, in einer feindlichen Welt zu leben, der er hilflos ausgeliefert ist.« Dass zu viel TV-Konsum generell das Wohlbefinden negativ beeinflusst, haben auch andere Studien ergeben. Wer täglich mehrere Stunden vor dem Fernseher sitzt, wird träge und lustlos.

...gehen Risiken ein und stellen sich Problemen
Prof. Martin Seligman von der Universität von Pennsylvania fand in Studien heraus, dass glückliche Menschen immer wieder die so gennante Komfortzone des Lebens verlassen: »Wachstum zum Glück findet außerhalb der Komfortzone statt. Wer nie Risiken eingeht und nie scheitert, entwickelt sich nicht und erfährt auch nie seine eigene Stärke.« Das bestätigt auch der Hirnforscher Gerald Hüther: »Wer es schafft, eigene Unsicherheiten oder Ängste zu überwinden und ein Problem selbst zu bewältigen, empfindet dadurch Freude.«

...treffen Entscheidungen schneller
und gehen lieber das Risiko falscher Entscheidungen ein, anstatt sie hinauszuzögern und aufzuschieben. Sie erledigen das, was ansteht, statt es anzuhäufen. Dazu meint Professor Ed Diener von der Universität von Illinois: »Wer aufräumt und Liegengebliebenes anpackt, fühlt sich nicht als Opfer von Umständen, sondern als Gestalter – und das ist eine wesentliche Voraussetzung für Glück.«

...pflegen Freundschaften
von sich aus und tun dies auch regelmäßig. Studien haben ergeben, dass gute Beziehungen zu anderen Menschen das Glücksempfinden in hohem Maße stärken. Dabei kommt es jedoch nicht darauf an, möglichst viele Menschen zu kennen, sondern vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen.

...gehen einer erfüllenden Tätigkeit nach
bei der sie ihre Fähigkeiten und Talente ganz einbringen können. Konzentrierte und erfüllende Arbeit mobilisiert das körpereigene Glückshormon Serotonin – was auch bei jeder anderen Tätigkeit passiert, die wir mit Hingabe ausüben.
Professor Mihaly Csikszentmihalyi von der Universität Chicago, der seit über 30 Jahren in der Glücksforschung arbeitet, hat dafür den Begriff Flow definiert. Flow beschreibt einen Zustand, in dem unser Fühlen, Wollen und Denken in vollkommener Übereinstimmung sind. Wir vergessen Zeit und Raum, sogar uns selbst, und das Handeln geht mühelos vonstatten. Solche Flow-Zustände können bei allen Tätigkeiten entstehen: bei der Arbeit, beim Ausüben eines Hobbies, beim Sport, bei Unternehmungen mit Freunden und sogar bei der Hausarbeit.

...tun sich ich selbst Gutes
und nehmen sich auch regelmäßig die Zeit dafür. Das müssen keine großen Unternehmungen sein. Auch »Kleinigkeiten« wie Musik zu hören, ein Buch zu lesen, zu meditieren, sich massieren zu lassen, ein heißes Bad zu nehmen, gehören dazu. Professor Ed Diener von der Universität von Illinois sagt: »Jeder Mensch sollte sich eine Liste anlegen mit allem, was ihm gut tut, damit er sich dann, wenn die Gedanken einmal im Düsteren kreisen, selbst motivieren kann.«

...sind dankbar
»Dankbarkeit ist der schnellste Weg zum Glück«, so die Erkenntnis des Psychologie-Professors Barry Neil Kaufmann aus Massachussetts, die von zahlreichen Untersuchungen über glückliche Menschen bestätigt wird. Menschen, die das Schöne in ihrem Leben bewusst wahrnehmen und wertschätzen, erkennen die ganze Fülle des Lebens (und nicht nur jenen Teilausschnitt, der unerfreulich ist). Dadurch empfinden sie das Leben auch insgesamt als schöner. Die Tiefenpsychologin Dr. Elisabeth Mardorf empfiehlt deshalb, ein Dankbarkeits-Tagebuch zu führen. Denn: »Sich schriftlich aufzuzählen, was im Leben gut ist, verändert innerhalb weniger Wochen die gesamte Wahrnehmung. Ganz von selbst entdecken wir immer mehr Dinge, die uns glücklich machen.«

...haben eine Lebensvision
und wissen, wofür sie leben. Dazu meint Professor Ed Diener: »Glückliche Menschen setzen sich selbst immer wieder langfristige Ziele, die sich in kleinen Schritten erreichen lassen. Oft überschätzen wir, was sich kurzfristig erreichen lässt, und unterschätzen, was auf lange Sicht möglich ist.« Wichtig ist jedoch, sich nicht an seine Ziele zu klammern, sondern offen zu bleiben für neue Möglichkeiten. Und vor allem: nicht erst beim Erreichen des Ziels glücklich sein zu wollen, sondern bereits auf dem Weg dahin.

Sonntag, 21. November 2010

Gefühle und Gedanken

Meiner Erfahrung nach sind unsere Gedanken und Gefühle manchmal ziemlich willkürlich. Oft steckt hinter unserem Denken und Fühlen kein tieferer Sinn. Manchmal denken wir einfach irgendwelchen Blödsinn, den wir aufgeschnappt haben. Oder machen uns über Dinge Sorgen, die einfach unwahrscheinlich sind.

Manchmal kommen mir zum Beispiel Gedanken in den Kopf, wie:

  • "Heute wird etwas Schlimmes passieren."
  • "Und was, wenn du eine unheilbare Krankheit bekommst?" oder
  • "Was mache ich, wenn meinen Lieben etwas passiert?"

Früher haben mich solche Gedanken ziemlich beschäftigt. Da dachte ich: “Diese Gedanken müssen doch einen Sinn haben. Vielleicht ist das eine Warnung aus meinem Unterbewusstsein?” Erstaunlicherweise ist aber nie etwas Schlimmes passiert, nachdem mir mein Unterbewusstsein so ein “Zeichen” gegeben hat...

Irgendwann habe ich begriffen, dass solche Gedanken einfach nur Gedanken sind, die mein Kopf eben manchmal so denkt. Und seitdem ich solche Gedanken mit Abstand betrachte und nicht mehr ernst nehme, ist mein Leben wesentlich einfacher geworden.

Wenn ich heute sorgenvolle oder angsteinflößende Gedanken habe, sage ich mir einfach: “Danke Kopf, dass du so interessante Gedanken denkst.” Und damit ist die Sache für mich in den meisten Fällen erledigt.

Unser Kopf ist dann am nützlichen, wenn wir ihn gezielt einsetzen, um zu planen, Alternativen zu durchdenken oder Probleme zu analysieren und zu lösen. Und wenn man dem Kopf nichts zu tun gibt, erfindet er irgendwelche Gedanken, nur damit er ausgelastet ist. Das muss man wissen und entsprechend entspannt damit umgehen.

Unsere Gefühle sind ein Spiegel unseres Lebens

Mit Gefühlen ist es ähnlich. Unsere Gefühle hängen von sehr vielen Einflussfaktoren ab – zum Beispiel,

  • von dem, was wir gerade gegessen oder getrunken haben,
  • von unserem Blutzuckerspiegel,
  • von unseren Hormonen,
  • davon, wie viel wir uns bewegen oder nicht bewegen,
  • davon, wie gut wir geschlafen haben,
  • aber auch von unseren Gedanken,
  • von äußeren Umständen, die uns vielleicht an vergangene Erlebnisse erinnern,
  • unsere Gefühle hängen davon, wie wir unsere augenblickliche Situation bewerten,
  • und sogar äußere Umstände, wie Temperatur und Luftdruck beeinflussen unsere Gefühlslandschaft.

Das bedeutet, dass Gefühle oft einfach keinen tieferen Sinn haben. Sie sind einfach nur ein Spiegel unserer augenblicklichen Umstände, unserer Einstellung zum Leben und unseres augenblicklichen Verhaltens.

Gefühle zu haben ist ja auch nicht das Problem. Zum Problem wird es erst, wenn wir die eigenen Gefühle bewerten:

  • “Ich sollte mich jetzt nicht so schlecht fühlen.”,
  • “Ich habe doch gar keinen Grund, traurig zu sein.”, oder
  • “Sei doch nicht so ein Angsthase.”

Erst wenn wir uns selbst unsere Gefühle krumm nehmen, fangen die Schwierigkeiten an. Denn wenn wir uns unsere Gefühle verbieten oder uns wegen ihnen auch noch fertig machen, verstärken wir die negativen Emotionen dadurch! Wir machen dadurch alles nur noch schlimmer, als es ist.

Gefühle akzeptieren und ihnen Raum geben

Psychologische Flexibilität bedeutet hier, die eigenen Gefühle nicht überzubewerten. Es sind eben nur unsere Gefühle. Nicht mehr. Und auch nicht weniger. Und sie dürfen da sein. Und wenn wir sie einfach nur wahrnehmen und ihnen den notwendigen Raum geben, dann verschwinden sie normalerweise auch wieder.

Manchmal haben Gefühle natürlich auch eine Bedeutung und sie zeigen uns an, dass wir besser irgendetwas in unserem Leben ändern sollten. Aber auch hier ist es nützlicher, wenn wir unsere Gefühle mit etwas Abstand betrachten, sonst kann es zu unklugen Kurzschlussreaktionen kommen, die wir hinterher bereuen.

Unsere Möglichkeiten nutzen, um unsere Gefühle zu ändern

Es ist hier auch hilfreich die Einflussfaktoren im Kopf zu behalten (siehe oben), die unsere Gefühle beeinflussen. Weil dann können wir unsere Gefühle bewusst ändern, wenn es zu unangenehm wird. Unangenehme Gefühle werden beispielsweise durch Selbstvorwürfe selten besser. Aber durch Bewegung, bessere Ernährung, Änderung der Lebensumstände und allgemein bessere Selbstfürsorge kann man seine Stimmung wirksam beeinflussen.

Um auf diese Weise zielgerichtet mit den eigenen Gefühlen umzugehen, muss man als allererstes aufhören, die eigenen Gefühle zu wichtig zu nehmen. Das bedeutet,

  • flexibel auf die eigenen Gefühle zu reagieren,
  • diese wahrzunehmen,
  • sie zuzulassen und
  • ihnen nicht zu viel Bedeutung beizumessen.

Durch einen gewissen Abstand zu unseren Gefühlen und Gedanken entsteht psychologische Flexibilität. Und mit der psychologischen Flexibilität kommt auch die innere Stärke, also das Vertrauen, mit allem irgendwie klarzukommen. Das Gefühl, dass einen nichts so schnell umwerfen kann.

Wenn wir mit unseren Gefühlen und Gedanken klarkommen, kommen wir mit allem klar. Dann sind wir innerlich gefestigt. Dann spüren wir diese innere Kraft und Stärke.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Ich sag mir, ich kann nicht, daher probiere ich es erst gar nicht..

In Indien setzt man Elefanten für die Arbeit im Wald ein. Und damit junge Elefanten nicht weglaufen, kettet man sie mit einem Fuß an einen Pfahl. Der kleine Elefant versucht wegzulaufen, die Kette hält ihn fest und er merkt, dass er nicht wegkommt. Der Elefant wird irgendwann größer. Bald ist er so stark, dass er die Kette zerreißen könnte. Aber er versucht es nicht mehr. Schließlich hat er ja als kleiner Elefant gelernt, dass es nichts nutzt, sich gegen die Kette zu wehren. Am Ende reicht sogar ein dünnes Seil, um einen Elefanten am Weglaufen zu hindern.

Es sind also nicht die realen Gegebenheiten, die den Elefanten in Gefangenschaft halten. In Wirklichkeit müsste der Elefant nur einmal kräftig ziehen und das Seil würde reißen. Aber er probiert es nicht. Weil er nicht daran glaubt, dass es funktionieren würde.

Nicht so schlau, oder? Das denkt man jedenfalls zuerst. Bis einem auffällt, dass wir Menschen nicht selten ganz genauso sind!

Der Elefant glaubt zu wissen: Es hat ja doch keinen Sinn, deswegen versuche ich es erst gar nicht. Und Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie so etwas auch schon einmal gedacht?

Oft glauben wir, wir können etwas nicht, deswegen probieren wir es erst gar nicht. Oder wir tun etwas nicht, das wichtig für uns wäre, weil es vermeintlich gute Gründe dagegen gibt. Gründe, die oft nur in unserem Kopf existieren. Oder Gründe, die mit ein bisschen Einfallsreichtum aus dem Weg zu räumen wären.

Bei anderen können wir das ziemlich gut erkennen: Wenn Karl nur mehr als sich glauben würde und wenn er nur aus der Hüfte kommen würde, dann könnte er so viel erreichen. Und wenn Susi endlich aufhören würde, die Schuld nur bei ihrem Mann zu suchen, und selbst auch etwas ändern würde, dann hätten die beiden noch eine Chance.

Bei anderen sehen wir es. Was im Umkehrschluss wohl heißt, dass andere es bei uns auch gut erkennen können. Denn wir sind ja alle gar nicht so unterschiedlich.

"Eine neue Beziehung? Ne, lass' mal… Männer sind einfach nicht beziehungsfähig."

"Meinem Chef sagen, was mir stinkt? Ne, gegen die da oben kannst du sowieso nichts ausrichten."

"Noch mal das studieren, was mir wirklich am Herzen liegt? Ne, dann müsste ich ja mein Auto verkaufen und könnte nicht mehr 3 mal pro Jahr in den Urlaub fahren…"

Das Gemeine an unseren ganzen Gründen, Erklärungen, Ausreden und Entschuldigungen ist, dass wir sie wirklich für wahr und realistisch halten. Und meistens reagieren wir ziemlich unwirsch, wenn uns jemand nahelegt, dass unsere Sichtweise vielleicht nicht 100% mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Das kann uns richtig nerven oder sogar sauer machen. Wir verteidigen unser Seil, das uns festhält, oft mit Händen und Füßen. Ist mir jedenfalls schon passiert.

Wir Menschen sind manchmal wirklich nicht so viel schlauer als ein Elefant.

Was kann man nun tun, wenn der Schmerz unserer Gefangenschaft zu groß wird? Hier 5 Ideen dazu:

  1. Versuchen Sie sich immer wieder klarzumachen, dass alle Ihre Gründe gegen eine Veränderung eventuell nur in Ihrem Kopf existieren oder nur starke Vereinfachungen der Wirklichkeit sind. Das erfordert natürlich eine gewisse psychologische Flexibilität, die eigenen Gedanken nicht für die Wahrheit zu halten.

  2. Machen Sie ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn alle Gründe gegen die Veränderung plötzlich verschwunden wären. Was würden Sie dann tun? Was wären dann Ihre nächsten Schritte?

  3. Fragen Sie sich immer wieder: “Möchte ich lieber an meinen Gründen oder Ausreden festhalten? Oder möchte ich lieber frei sein?” Und ziehen Sie aus der Antwort Ihre Konsequenzen.

  4. Stellen Sie sich bildlich vor, dass all die Gründe gegen die Veränderung wirklich ein Seil wären, das Sie an Ihrer augenblicklichen, schmerzhaften Situation festbindet. Und dann stellen Sie sich vor, Sie würden das Seil mit einer großen Schere durchschneiden. Vielleicht hilft Ihnen diese Visualisierung.

  5. Kultivieren Sie die Frage: “Und wie würde man es trotzdem hinbekommen?” Immer wenn Sie eine Ausrede oder einen Grund gegen eine mögliche Veränderung finden, kontern Sie diesen Grund mit der Frage “Und wie könnte man es trotzdem hinbekommen? Wie haben es andere geschafft? Was bräuchte ich noch, um es trotzdem zu schaffen?” Durch diese Fragen bewegen Sie sich langsam von einer problemorientierten zu einer lösungsorientierten Sichtweise.

Seien Sie schlauer, als die Elefanten. Lassen Sie sich nicht von Dingen festhalten, die es vielleicht gar nicht gibt. Schneiden Sie Ihr Seil durch und befreien Sie sich.

Sonntag, 26. September 2010

Ent-täuschung

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass Enttäuschung immer etwas mit unseren Erwartungen zu tun hat? Wir erwarten mehr oder etwas anderes und wenn wir das nicht bekommen oder etwas anderes eintritt, sind wir enttäuscht.

Vielleicht kennen Sie auch das Wortspiel mit dem Begriff "Enttäuschung"? Nämlich das in der Ent-Täuschung ein Ende der Täuschung gesehen werden kann? Dass wir uns also schlicht und einfach über den Verlauf einer Sache geirrt haben und nun eben mit den geänderten Gegebenheiten klarkommen müssen.

Mir hilft dieses kleine Wortspiel sehr dabei, das Gefühl einer Enttäuschung nicht zu stark werden zu lassen. Es rückt alles ein bisschen mehr in angemessene Relationen: Nur weil ich etwas erwarte, ist damit ja keine Garantie verbunden, dass etwas so eintritt oder geschieht, wie ich es will. Und genau das machen wir uns oft nicht klar.

Wenn wir etwas erwarten, dann haben wir das Gefühl, ein Recht auf eine Sache zu haben. Aber ist das wirklich so? Manche unserer Erwartungen basieren auf Versprechen anderer – aus denen könnte man ein gewisses Recht auf Einhaltung ableiten (das uns aber letztlich auch nicht viel nützt, wenn das Versprechen eben doch nicht eingehalten wird).

Wenn wir aber mal ehrlich sind, leiten sich viele unserer Erwartungen nicht wirklich aus klaren Zusagen anderer ab, sondern wir entwickeln sie einfach so. Vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht aus dem, was "üblich ist" oder – und das ist besonders perfide – aus unserem eigenen Verhalten heraus. Ganz nach dem Motto: "Ich mach das so, also musst du das auch so machen." Das ist natürlich nicht fair, denn die Personen, an die wir dann unsere von uns selbst abgeleiteten Erwartungen stellen, haben oft nicht einmal eine Ahnung von dem, was wir von ihnen wollen. Aber wir reagieren dann dennoch sauer, wenn sie die unsere (eben oft nicht einmal formulierten Erwartungen) nicht erfüllen.

Kommen wir zurück zu dem Zitat, denn da stecken für mich zwei Aspekte zum Thema Enttäuschung drin:

  • Einmal eben der aufgezeigte Punkt, dass unsere zerstörten Hoffnungen sehr viel mit unseren Erwartungen zu tun haben, es also sinnvoll ist, hier einmal selbstkritisch zu schauen, wie gerechtfertigt unsere Erwartungen überhaupt sind.
  • Und zum anderen tatsächlich die Fokusverschiebung von dem, was wir nun nicht haben (oder bekommen oder erleben können) hin dazu, dass wir im Vorfeld durchaus positive Gefühle hatten! Die wischen wir mit dem Vorwurf der Enttäuschung vollkommen vom Tisch – und das macht das Gefühl der Enttäuschung gleich doppelt heftig.

Vielleicht nehmen Sie das Zitat einfach einmal mit in Ihren Alltag und schauen, wie sich zukünftige Enttäuschungen anfühlen, wenn Sie ein bisschen mit den Zeilen von Marie von Ebner-Eschenbach spielen.

Montag, 30. August 2010

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.



Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.



Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.



Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.



Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.



Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegensenden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!



Hermann Hesse

Sonntag, 22. August 2010

Genug ist nie genug

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass es nie genug ist, was Sie tun? Vielleicht sogar, dass Sie selbst nicht genug sind?

Wenn ja, dann willkommen in Club. Das geht nämlich ganz vielen Menschen so.

Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, fühlt sich grundsätzlich nicht besonders schön an. Es treibt uns, es setzt uns unter Druck und es hält uns in Bewegung. Aber wenn man dieses Gefühl geschickt kanalisiert, dann sorgt es tatsächlich oft dafür, dass wir ganz viel schaffen, dass wir unsere Grenzen überwinden und über uns hinaus wachsen.

Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, ist ein bisschen wie ein Messer. Man kann ganz nützliche Dinge damit tun, aber man kann sich auch damit schneiden. Und das ist es, was vielen passiert.

Denn wenn wir diesem „Es ist nie genug“ freien Lauf lassen, dann kann uns dieses Gefühl das Mark aus den Knochen saugen und uns direkt in einen Burn-Out schicken. Denn wer sich ständig selbst treibt, der vergisst manchmal, dass wir Menschen ziel- und druckfreie Zeiten zum Aufladen brauchen, sonst sind unsere Batterien irgendwann leer.

Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, hat manchmal noch einen unangenehmen Effekt. Es kann uns im Extremfall lähmen. Viele Menschen, die an Aufschieberitis leiden, haben übersteigerte und oft unrealistische Erwartungen an sich selbst. Sie gehen also schon im Vorfeld davon aus, dass es nicht genug sein wird, wenn sie etwas erledigen werden. Deswegen fangen sie erst gar nicht an, um dieses Gefühl der Enttäuschung zu vermeiden.

Bei diesem Gefühl, dass es nie genug ist, haben wir also einen dieser klassischen Gegensätze, dass etwas gut und schlecht zu gleich sein kann und dass die Dosierung die Wirkung ausmacht.

Ein gutes Maß dieses Gefühls erzeugt Tatkraft und Motivation und gesunden Ehrgeiz. Zu viel davon erzeugt einen Tunnelblick, Burn-Out, Lähmung und es schickt unseren Selbstwert in den Keller, wenn wir unseren (zu) hohen Ansprüchen nicht genügen.

Ja, solche Gegensätze aushalten zu können – das ist tatsächlich eine überlebensnotwendige Fähigkeiten in der heutigen Zeit.

Ganz kniffelig wird es, wenn Dritte ins Spiel kommen. Wenn uns also unser Lebenspartner oder unser Chef das Gefühl gibt, dass es nie genug ist, was wir tun. Wir Menschen sind ja soziale Tiere und geben etwas auf Meinungen unserer Mitmenschen. Und wenn wir eh schon ein bisschen an unserem fehlenden Selbstwert knabbern, kann es uns verletzen, wenn uns Dritte ständig vermitteln, dass es nicht reicht, was wir tun.

Ob das dann wirklich etwas mit mir selbst und meinem Verhalten zu tun hat oder mit einer übersteigerten Erwartungshaltung bei meinem Chef, Kollegen oder Lebenspartner ist noch mal eine andere Frage.

Wenn ich zum Beispiel in einem Job stecke, der wirklich nicht zu meinen Fähigkeiten passt, dann kann mein Chef ja durchaus recht damit haben, wenn er mir vermittelt, dass meine Leistung nicht ausreicht. Hier hilft eine ehrliche Meinung eines neutralen Dritten, der mir nicht aus Freundschaft nach dem Mund redet.

Oft haben andere Menschen, Chefs, Lebenspartner aber auch einfach hohe Erwartungen an sich selbst. Sie sind sich selbst nicht genug und das übertragen sie dann auf ihre Umwelt. Sie geben den inneren Druck nach außen. Was wieder ein schönes Beispiel dafür ist, dass unsere innere Welt sich meistens in unserer äußeren Welt widerspiegelt.

Falls Sie auch manchmal an dieser „Ich bin nicht genug“-Geschichte leiden, dann gibt es verschiedene Strategien, damit umzugehen:

  • Prüfen Sie doch einmal die Erwartungen, die Sie an sich selbst haben. Am besten setzen Sie sich hin und schreiben auf, welche Ansprüche Sie an sich selbst stellen. Wie genau müssten Sie sein, damit Sie das Gefühl hätten, dass es reicht und dass Sie genug sind?

  • Sortieren Sie die Ansprüche von Dritten an Sie (vom Chef, Lebenspartner, den Eltern etc.) und Ihre eigenen Ansprüche an sich auseinander. Welche sind Ihre wirklichen Ansprüche an sich selbst? Welche haben Sie von Dritten übernommen?


  • Schauen Sie, ob Ihre Erwartungen an sich selbst realistisch sind. Fragen Sie auch vertraute Menschen, ob Sie nicht vielleicht zu viel von sich erwarten.


  • Überlegen Sie, wo es Ihr Leben tatsächlich besser und schöner machen würde, wenn Sie in diesem Bereich wachsen und dazulernen würden. Oft entsteht das Gefühl „Es ist nicht genug“ ja wirklich aus einem Defizit im eigenen Verhalten.


  • Überlegen Sie vielleicht auch, ob Sie am falschen Ort sind, an einem Ort der nicht zu Ihren Fähigkeiten, Stärken und Vorzügen passt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie als kommunikationstarker, menschenorientierter Typ in einem technischen Beruf arbeiten oder wenn Sie als schüchterner Mensch im Verkauf jobben. Am falschen Ort werden Sie vielleicht nie die Chance haben, genug zu sein.

Der Weg heraus aus einem übersteigerten Gefühl, dass man nie genug ist, führt wie meistens über die Achtsamkeit. Über die Achtsamkeit mit sich selbst. Über Achtsamkeit mit dem, was um einen passiert und was das in einem selbst an Gedanken und Gefühlen auslöst. Genauso wichtig ist Achtsamkeit mit den eigenen Bedürfnissen.

Denn je achtsamer Sie mit sich selbst umgehen, desto eher können Sie das Gefühl, dass es nicht genug ist, geschickt für sich nutzen, ohne dass seine Schattenseiten zu sehr zum Tragen kommen.

Trotz allen Schattenseiten kann uns dieses „Es ist nicht genug“ voranbringen, es kann uns zum Handeln motivieren und uns als Mensch wachsen lassen.

Es ist wie meistens im Leben: in der richtigen Dosierung ist nahezu alles nützlich und hilfreich.

Freitag, 9. Oktober 2009

Ayla und das Tal der Pferde (Jean M. Auel)

Wenn du jemand lieben willst,
darfst du mit nichts zurückhalten.
Du mußt dich ganz öffnen und das Risiko eingehen,
alles zu verlieren.
Du wirst gelegentlich gekränkt werden,
aber wenn du das nicht riskierst,
wirst du nie glücklich sein.
Derjenige, den du findest,
erweist sich vielleicht gar nicht als die Art Mann,
in die du meintest, dich zu verlieben,
aber das spielt keine Rolle.
Du wirst ihn als das lieben, was er ist.