Samstag, 14. Juli 2012

Krisenintervention

Typische Fragen, die einen Überblick über Auslöser der psychischen Krise und deren Auswirkungen auf die Befindlichkeit des Patienten und seines sozialen Umfelds ermöglichen
„Seit wann besteht dieses Problem und seit wann ist es so schlimm wie jetzt?“
„In welchen Lebensbereichen äußert sich dieses Problem? Betrifft es alle Lebensbereiche?“
„Wer außer Ihnen ist noch davon betroffen?“
„Was hat diese Krise ausgelöst?“
„Was alles hat das Ganze verschlimmert?“ „... jetzt zum Überkochen gebracht?“
„Was davon belastet Sie am meisten?“
„Was befürchten Sie, könnte deshalb passieren?“
„Wer könnte noch gut darüber Auskunft geben?“
„Wer weiß noch darüber Bescheid, wie es Ihnen geht“ „... wie es dazu gekommen ist?“
„Wie geht es Ihnen jetzt seelisch?“ „Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf?“ „Wie geht es Ihnen gefühlsmäßig?“ „Wie fühlen Sie sich körperlich?“ „Wie verhalten Sie sich und wie reagiert ihre Umfeld darauf?“

Typische Fragen zu beeinträchtigenden Faktoren, die einen Einfluss auf den Verlauf oder das Ausmaß der aktuellen Krise haben
„Nehmen Sie zzt. Medikamente oder Drogen ein? Welche?“
„Waren Sie schon mal in nervenärztlicher oder psychotherapeutischer Behandlung? Wegen welchen Problems? Bei Wem?“
„Haben Sie soziale Sorgen? (z. B. zwischenmenschliche Konflikte, Schulden, anhängende Gerichtsverfahren,
Arbeitslosigkeit, drohender Verlust der Wohnung usw.)“
„Wo wohnen Ihre nächsten Verwandten oder gute Freunde? Sind diese zu erreichen? Könnten diese Ihnen jetzt beistehen und bei Ihnen sein?“
„Sind Sie zurzeit für jemanden verantwortlich? Für wen? Fühlen Sie sich aktuell dieser Aufgabe gewachsen?“

Quelle: Psychologische Konzepte und Möglichkeiten der Krisenintervention in der Notfallmedizin pdf


BELLA - Kriseninterventionskonzept (nach G. Sonneck)

Beziehung aufbauen
vorstellen, einen ruhigen und geschützten Ort für das Gespräch suchen, die Gesprächspartner ernstnehmen.

Erfassen der Situation
zuhören, was bedeutet die Krise für die Gesprächspartner?

Linderung von Symptomen
entlasten, ordnen lassen, Gefühle ausdrücken lassen, evtl. ärztliche Hilfe.

Leute einbeziehen, die unterstützen
Menschen aus der Umgebung der Gesprächspartner, Benennen von Selbsthilfegruppen.

Ansatz zur Problembewältigung finden
die Probleme definieren, Widersprüchlichkeiten sehen, gefühlsmäßige und reale Bedeutung erfassen, mögliche nächste Schritte ansprechen, evtl. einleiten.